Gutes oder schlechtes Foto?

ABayerderfoisHeute ist es Zeit, etwas ernsthafter zu starten und ein Thema aufzugreifen, das wohl jeder Fotograf bestens kennt.
Immer wieder befallen einen Zweifel an der Qualität der eigenen Fotos. Beim Sortieren meiner Fotos und der Suche nach den besten stellte sich mir immer wieder die Frage: Ist das Foto gut (genug)?
In der Vergangenheit haben diese Gedanken bei mir dazu geführt, dass ich ich meine Kamera teilweise monatelang nicht mehr angerührt habe. Aber: Gut genug wofür?

Man sollte sich von solchen Gedanken nicht die Faszination an der Fotografie verderben lassen und letztlich bringen es für mich zwei Dinge auf den Punkt:

Meine Frau sagte: „Das Leben ist auch nicht immer scharf! Und was sind Fotos anderes als Bilder des Lebens.“ Das soll natürlich keine Entschuldigung für technisch schlechte Bilder sein, aber ich denke, die Botschaft dahinter ist klar.

Sehr befreiend fand ich die Stelle in einem Buch, wo es sinngemäß heißt, erlaubt ist was gefällt! Brich mit Konventionen, denn es gibt keine schlechten Fotos. Das hat enormes kreatives Potenzial in mir geweckt. Statt mich von anderen Meinungen abhängig zu machen und aus Angst vor möglicher (Selbst-)Kritik gar nicht mehr zu fotografieren sollte man die Fotografie als großes Abenteuer betrachten. Es klappt nicht immer alles perfekt, Vieles ist nicht planbar und man weiß nicht, wo und wie es endet.

Selbstverständlich ist bei aller künstlerischer Freiheit immer noch zu differenzieren zwischen technischer und künstlerischer Qualität – jedes Foto hat eine A- und eine B-Note. Für ein gutes Foto sollte die technische Qualität in Ordnung sein. Ich bin da Pragmatiker und halte nichts von Menschen, die sich kritikunfähig ganz offensichtlich mittels gewagter Theorien hinter einem verwackelten Schnappschuss verstecken. Doch sollte man sich immer genug Neugier bewahren und die eigenen Scheuklappen immer wieder öffnen, um kreatives Potenzial zu erkennen.

Je länger ich mich mit der Fotografie auseinandersetze, desto leichter wird es einerseits die Qualität von Fotos zu beurteilen, andererseits schwieriger, da neben die vorurteilsfreie und neugierige Betrachtung einen Vielzahl an technischen Kriterien treten, die einen „kindlich“ emotionalen Blick verwässern. Unwillkürlich werden zudem „Vergleichsbilder“ herangezogen, die einem durch den Kopf schwirren. Besonders schwer ist es bei eigenen Fotos, die in der Regel nie gut genug sind. Ein guter Indikator hierfür ist aber, wenn ein vergessenes Bild auch nach Monaten oder Jahren immer noch ins Auge sticht und zu längerem Betrachten verleitet. Man(n) muss sich dabei nur so manches Mal verkneifen, es weiter ver(schlimm)bessern zu wollen und totzubearbeiten.

Ehe meine Ausführungen ins Philosophische abgleiten möchte ich für heute mit einem Fazit schließen:
Jeder Mensch betrachtet und interpretiert ein Foto auf seine eigene ganz individuelle Art. Es gibt keinen Grund, sich von (oftmals noch gar nicht ausgesprochener) Kritik entmutigen zu lassen! Im Krieg, in der Liebe und in der Fotografie ist alles erlaubt… Siehe dazu insbesondere das Artikelfoto 😉

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